Sonntag, 08 November 2009 14:58
Stefan Fügner

Saujagd bei Vollmond im Lehrrevier

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Die Saujagd bei Vollmond gilt als die spannenste Ansitzjagd, die das Lehrrevier zu bieten hat.

Aus diesem Grunde veranstaltet das Lehrrevier im Herbst und Winter immer am Wochenende vor der Vollmondnacht eine dreitägige Ansitzjagd auf Schwarzwild. Durch die völlige Jagdruhe zwischen den Vollmondphasen ist das Erlegen mehrerer Stücke Schwarzwild möglich, wenn das Wetter mitspielt.

Jungjäger, die sich im Ansprechen noch nicht sicher fühlen, werden von einem erfahrenen Jäger begleitet.

Für die Ansitzjagden auf  Sauen im  Jagdjahr 2009/10  sind folgende Wochenenden vorgesehen:

November (letztes Wochenende im Monat):

von Donnerstag, 26.11.2009 (Anreise und 1. Nachtansitz) bis Sonntag 29.11.2009 (Morgenansitz und Abreise)

Dezember (zwischen Weihnachten und Neujahr):

von Sonntag, 27.12.2009 bis Mittwoch, 30.12.2009

Januar (letztes Wochende im Monat)

von Donnerstag, 28.1.2010 bis Sonntag, 31.1.2010

Für das verlängerte Saujagdwochenende erheben wir einen Kostenbeitrag von

330,00 Euro.

Im Preis enthalten sind:

3 Übernachtungen in einer Pension

3 ausgiebige Jägerfrühstücke

3 warme Mahlzeiten mit 2 Getränken,

sowie jagdliche Betreuung und Begleitung auf Wunsch bei den ersten Ansitzen.

Es ist freigegeben und ohne Aufpreis erlegbar: Sauen aller Gewichtsklassen außer führende Bachen , Füchse Marderhunde und Rehwild, sofern der Abschussplan noch nicht erfüllt wurde.

Wenn Sie noch Fragen zum Jagdablauf haben, wenden Sie sich bitte an:

Stefan Fügner (Lehrjäger im Lehrrevier)

Am Bahnhof 3

16259 Falkenberg/Mark

Tel.: 033458/64247

oder Mobil: 0178/614 18 56

oder senden Sie eine email an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Samstag, 30 Januar 2010 14:44
Stefan Fügner

Tief “Keziban”: So gut wie eingeschneit

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Seit Wochen ist das Revier tief verschneit. Am 25.1.2010 glitzert alles im Sonnenschein

Im Lehrrevier herrscht seit Jahresanfang der Winter. Bereits das Tief “Daisy” bescherte größere Schneemengen, Schneeverwehungen und kaum passierbare Straßen. Doch mit den Schneefällen, die seit heute Morgen Tief “Keziban” im Gepäck trägt, geht gar nichts mehr: Das Lehrrevier, das Nieder-Oderbruch, die Südhänge der Endmoräne zur Schorfheide sind im Schnee versunken.

Alle Reviereinrichtungen haben weiße Mützen

Die derzeitigen Witterungsverhältnisse scheinen die Klimaprognosen und die Angst vor der globalen Erderwärmung ad absurdum zu führen: Es schneit und schneit und schneit! Als wenn nicht schon seit Wochen 40 cm Schnee lägen. Seit Jahren, schon fast Jahrzehnten, gab es keinen solchen Winter mehr.
Aber solange Straßen passierbar bleiben, erfreut die weiße Pracht mehr, als dass sie stört.

Noch ist alles ruhig

Nachdem es allerdings seit heute morgen ununterbrochen schneit und der Sturm des Tief “Keziban” für starke Schneeverwehungen sorgt, beginnt der Winter sich zu behaupten und über menschliche Bedürfnisse hinwegzusetzen. Auf den Kreisstraßen bemüht sich der Winterdienst die Straßen freizuhalten. Gemeindestraßen bleiben so wie sie sind und wenn hier der Sturm für Verwehungen sorgt, geht gar nichts mehr.

Dort, wo der Sturm über die Freiflächen bläst, entstehen Scheewehen: Trotz Geländewagen hatten wir uns festgefahren

Es ging gar nichts mehr.

Der Schlepper eilt zur Hilfe ……..

….. aber selbst der scheitert: Geländewagen und Schlepper stecken in einer Schneewehe

Nun hilft nur noch die Schneeschippe

Nach 2 Std. ist zumindest der Geländewagen wieder fahrbereit!

 

 

Dienstag, 11 Mai 2010 14:01
Stefan Fügner

Als Jungjäger zur Jagd im Oderbruch

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Oder-Havel-Kanal an einem kühlen Oktober-Morgen (Foto: J. Lehmann)

„Lade gleich hier durch, die Repetierer sind viel zu laut” flüstert Stefan mir leise zu während wir uns auf den Weg zum Hochsitz machen. Brav schiebe ich das Magazin rein, lade durch, prüfe die Sicherung und schultere meine Sauer wieder.

Es ist Ende Oktober, im Oderbruch nördlich von Berlin ist es morgens schon ziemlich frisch und die Dämmerung bricht heran. Sonderlich früh sind wir nicht losgekommen. Das ist auch ganz gut so, denn die Fahrt von München nach Brandenburg am Abend zuvor war lang und anstrengend und die Nacht entsprechend kurz.

Leise machen Stefan, sein Deutsch Drahthaar Ajax und ich uns auf den Weg. Es wird ein wunderschöner Morgen, wir unterhalten uns leise. Der Anblick bleibt überschaubar: ein paar Reiher, ein Rehbock in 200m Entfernung und viele Kühe. Stefan ist etwas enttäuscht, die Wochen zuvor war hier deutlich mehr los. Ich genieße die Ruhe, die Natur, die frische Luft, die Jagdgeschichten und bin zufrieden. Genau so hatte ich mir die Jagd vorgestellt. Abschalten und trotzdem wachsam sein. Jederzeit könnte ja ein prächtiger Hirsch um die Ecke schauen…

Stefan Fügner und der Deutsch Drahthaar Ajax (Foto: J. Lehmann)

Morgendliche Pirsch mit Stefan Fügner (Foto: J. Lehmann)

Auf dem Rückweg zum Landhof Liepe machen wir noch einen Schlenker durch das Revier. Zumindest durch den Teil des Reviers, der überhaupt befahrbar ist. Das Naturschutzgebiet Oderbruch liegt nur wenige Meter oberhalb des Wasserspiegels und ist entsprechend morastig. Und jetzt bietet sich auch der Anblick, von dem Stefan mir vorgeschwärmt hat. Wir halten an, schließen leise die Türen und pirschen ein Sprung Rehe an. Noch 300m. Die Rehe schauen kurz hoch, wir bleiben regungslos stehen. Sie äsen weiter. Noch 150m. Stefan piekst seinen Schießstock in den Boden. Ich lege an. Und überlege. Mein erster Schuß auf ein lebendes Stück, stehend angestrichen, aufgeregt, eine noch wenig vertraute Waffe. Nein, das ist mir zu unsicher. Wir versuchen näher heran zu kommen, da springen die Rehe ab. Wir fahren zurück zum Landhof Liepe und genießen ein gemütliches Frühstück.

Nachmittags wollen wir die jagdlichen Anlagen meines ungarischen Vorstehhundes Gero prüfen und nehmen ein paar aufgetaute Enten und unsere Flinten mit. Wir sehen zwar einige Enten am Kanal, aber zum Apportieren nehmen wir die mitgebrachten Enten aus Stefans Tiefkühltruhe. Ajax macht es vor, Gero macht es nach, das Apportieren klappt prima. Auch erweist sich unser Hund als schussfest, jedenfalls machen ihm die Schrotschüsse aufs Wasser beim Apportieren nichts aus. Später üben wir noch das Fährtenlegen und die Fährtenarbeit und wir sind sicher, mit der nötigen Übung könnte Gero mal ein brauchbarer Jagdhund werden.

Gero (Foto: J. Lehmann )

Abends gehen Stefan und ich wieder gemeinsam zum Ansitz. Wir sehen viele Rehe, aber leider stehen sie teils spitz, teils hintereinander, teils zu weit. Ein Hase läuft direkt um unseren Bauwagen herum und Stefan erlegt seinen ersten Oderbruchhasen. Natürlich versäumt er nicht, mir die Vorteile seiner kombinierten Kipplaufwaffe, einer Krieghoff Bockbüchsflinte, zu erklären. Leise zu laden und alles Nützliche dabei!

Am nächsten Morgen sind wir früh auf den Beinen. „Siehst du die Ricke und das Kitz?” fragt Stefan leise auf dem Hochsitz. „Das nenne ich Populationsdruck”. Tatsächlich sehen die beiden Rehe so aus, als wollten sie sich im Gebüsch zum Verdauen niedertun. Aber offenbar hält sie irgendetwas davon ob. Der Wind steht zwar nicht optimal, aber unsere Witterung ist es nicht. „Da sind überall Sauen drin, die Rehe wissen gar nicht mehr wohin”.

Wenig Beunruhigung durch Spaziergänger, gute Äsung und wenig Jagddruck schafft mit der Zeit einen entsprechenden Wildbestand. Keine Frage, der Bevölkerungsrückgang der ostdeutschen Flächenstaaten bewirkt jagdlich günstige Bedingungen. Leider sind nur wenige da, die dies nutzen könnten. Die ostdeutschen Jäger werden älter, es fehlen Pächter mit der nötigen Zeit und dem nötigen Geld um aus den Revieren etwas zu machen. Insofern hat Stefan hier nicht nur jagdlich optimale Bedingungen gefunden. Die beiden Reviere, um die er sich kümmert, hat der Berliner Rechtsanwalt Dr. Lipps gepachtet. Eine Verbindung, die für beide Seiten Vorteile hat. Stefan ist vor Ort und kann sich um das Revier kümmern und Dr. Lipps weiß sein Revier in guten Händen.

Leider sehen wir an dem Morgen die Ricke, auf die Stefan es abgesehen hatte, nur von Ferne. Ich präge mir ihr Aussehen durchs Fernglas ein und setze mich abends wieder hin. Und pünktlich zur Dämmerung erscheint sie wieder. Alleine. Also nicht das Muttertier mit Kitz vom Morgen. Vorsichtig schiebe ich den Lauf über die Brüstung. Die Merkmale sind eindeutig, die Ricke steht breit. Ich entsichere und steche ein. Der Schuß bricht. Die Ricke verhofft, schaut auf, und geht gemütlich ein paar Schritte weiter. Gefehlt? Ich repetiere nach. Der zweite Schuß sitzt, die Ricke bricht sofort zusammen. Ein Leberschuß, wie sich später herausstellt. Keine Meisterleistung, aber das Stück liegt, ist nicht flüchtig und das Wildbret ist nicht entwertet.


Jungjäger Jan Lehmann

Stefan hat die Schüsse gehört und kommt mit dem Auto vorbei. Wir verladen das Stück und bringen es zur Wildkammer wo ich es aufbreche und untersuche. Das habe ich zwar schon öfters getan, aber Anleitung durch einen erfahrenen „Lehrprinzen” ist hilfreich. Natürlich stoßen wir auf mein erstes Stück mit einem Jägermeister an. Auch Dr. Lipps ist mittlerweile in Liepe eingetroffen und wünscht mir „Weidmannsheil”.

Am nächsten Morgen ziehe ich ohne Stefan los und nehme meinen Hund mit. Mal schauen, wie er die Stunden auf dem Ansitz ausharrt. Ich warte auf die Rehe, die Stefan hier neulich beim Vorbeifahren gesehen hat. Die Zeit verrinnt und mein Hund wird langsam unruhiger. Gerade als ich ans Aufbrechen denke, taucht ein Fuchs auf. Ich prüfe den Wind, er hat etwas gedreht und kommt nun ungünstig von schräg hinten. Wenn der Fuchs weiter quert, könnte er Witterung aufnehmen. Trotzdem warte ich zunächst ab. Als er auf gut hundert Meter herangekommen ist, trage ich meinen Schuß an und erlege meinen ersten Fuchs.

Abends ist es Vollmond und wir gehen durch den Ort in den hinteren Teil des Reviers. Auf der Weide am Steilhang haben wir tags schon jede Menge umgegrabene Grassoden gesehen, das Werk zahlreicher Wildschweine. Wir pirschen leise die Straße hoch, aber das Gatter zur Weide ist zu, das Vieh steht drauf und wir brechen ab. Auch der Versuch, uns an den Schilfgürtel am Oderbruch heranzupirschen, scheitert. Der Raureif auf den Grashalmen ist gefroren und bei jedem Schritt knirscht es vernehmbar. So kommen wir nicht an die Wildschweine heran.

In der Gaststätte treffen wir Dr. Lipps und seinen Jagdgast. Sie haben am Einstand am Oderbruch drei Wildschweine erlegt. Stefan und ich hatten dort tags zuvor gekirrt. Dr. Lipps meint, wir sollten doch unbedingt noch mal los, im hinteren Teil wären sie nicht gewesen, hätten aber die Schweine gehört. Es könne ja nicht angehen, dass ein so weit gereister Gast wegen eines geschlossenen Weidegatters um seine erste Sau gebracht würde.

Vom Hochsitz aus am Einstand jagen zu dürfen sei eine besondere Angelegenheit, sagt Stefan, da wäre selbst er noch nicht gewesen. Das verpflichtet und wir ziehen noch einmal los. Schon beim Anpirschen hören wir das Gegrunze der Sauen und das Jagdfieber steigt. Nur zu sehen bekommen wir sie leider nicht. Müde und klamm falle ich Stunden später ins Bett. Drei lange Jagdtage mit kurzen Nächten gehen zu Ende. Mit einem erfahrenen Jäger an der Seite konnte ich meine ersten jagdlichen Schritte unternehmen, weitere werden folgen, da bin ich sicher. Danke Stefan, bis zum nächsten Mal!

Jan Lehmann

Donnerstag, 05 August 2010 13:51
Stefan Fügner

Zur sommerlichen Saujagd in Liepe

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Hochsommer im Oderbruch: Familie Adebar (Foto: J. Lehmann)

Wir suchen und suchen, aber es bleibt dabei: das einzige Zeitfenster für ein verlängertes Jagdwochenende ist Anfang Juli statt Anfang August und so wird aus der geplanten Blattjagd eine Saujagd. “Kein Problem”, meint Stefan, „wir haben viele Überläufer im Roggen und im Hafer”. Außerdem, ein paar Kilo Wildschwein küchenfertig eingeschweißt und eingefroren wären für den geplanten Verkauf über das Internet oder in Berlin auch nicht so schlecht.

Zunächst aber machen wir uns Freitag früh nach einem ordentlichen Frühstück an die Arbeit. Mit einem Porsche Trecker aus Dr. Lipps Sammlung machen wir uns auf, um gefälltes Stangenholz aufzuladen und zum Vorwerk zu transportieren. Stefan will daraus neue Hochsitze bauen und eventuell auch verkaufen.

“Auf gehts!” (Foto: J. Lehmann)

Der Trecker wird gestartet (Foto: J. Lehmann)

Fahrerwechsel (Foto: J. Lehmann)

Schwer beladen geht es durch den Wald (Foto: J. Lehmann)

….. und abladen. (Foto: J. Lehmann)

Aber auch für Beobachtungen, ….. (Foto: J. Lehmann)

 

…..Fachsimpeleien und Jägerlatein ist Zeit. (Foto: J. Lehmann)

Ein DD auf Abwegen? (Foto: J. Lehmann)

Abends gehen wir dann auf Ansitz. Noch auf dem Weg zur Kanzel erspähe ich zahlreiche Ricken mit ihren Kitzen und etliche Jungfüchse. Auch die Sauen sind gut zu hören, ein Gegrunze wie im Schweinestall, keine 50m entfernt. Nur zu sehen bekomme ich sie nicht, zu dicht ist das Unterholz und das Gras.

Pit hat mehr Jagdglück: In der Dämmerung läuft ein einzelner Überläuferkeiler direkt auf seine Ansitzleiter zu und er kommt zum Schuss. Wir bergen das Stück und brechen es am Lieper Vorwerk auf.

Eine Ricke in der Morgendämmerung (Foto: J. Lehmann)

Morgens gehen wir in den Oderbruch, leider nur mit mäßigem Erfolg. Wir haben zwar alle Anblick, aber Sauen oder Rehböcke lassen sich nicht blicken. Tagsüber besichtigen Pit und ich das Kloster Chorin aus dem 13. Jahrhundert. Die alten, gepflasterten Waldwege auf denen unser Trecker gestern entlang geholpert ist, wurde von den Choriner Mönchen angelegt.


Kloster Chorin (Foto: J. Lehmann)

Am Abend suchen wir uns einige Kanzeln rund um eine Suhle am Haferfeld. Die milchreifen Haferkörner sollten die Sauen anziehen, so unsere Spekulation. Pit hat Pech: zwei Kanzeln werden mittlerweile von Wespen bewohnt und so muss er mehrmals umziehen. Ricken, Kitze und Füchse sehen wir wieder reichlich, auch einen weit entfernten Rehbock, nur die Sauen, die sehen wir erst auf dem Rückweg. Keine 50m vor uns lungern sie im Hafer herum und sind genauso überrascht von uns wie wir von ihnen. Pits erste Kanzel wäre ideal gewesen, aber wer will schon neben einem Wespennest ansitzen?

Am Sonntag früh ziehen wir ohne Stefan los. Ich setze mich auf die Ansitzleiter, wo Pit seinen Keiler erlegt hat. Noch während ich mein Sitzpolster zurechtrücke läuft eine einzelne Sau den Weg hoch und biegt in den Roggen ab, der dort allerdings nur kniehoch ist. In meinem Kopf läuft die Checkliste durch: einzelnes Stück, keine Frischlinge, also keine führende Bache, vermutlich ein mittlerweile aus der Rotte vertriebener Überläuferkeiler, steht breit, Roggen nicht zu hoch. Ich habe noch maximal drei Sekunden bevor die Sau im hohen Roggen verschwindet. Nicht zu weit vorne denke ich noch und trage den Schuss an. Noch bevor ich nach repetieren kann ist der Überläufer im hohen Roggen verschwunden. 20m konnte ich seinen Rücken zwischen den Halmen noch erspähen, dann sehe und höre ich nichts mehr.

Zweifel kommen hoch, habe ich gefehlt? Geht das auf 90m überhaupt? Oder einfach nur angeschweißt? Mein Telefon vibriert. Ich solle auf keinen Fall runtergehen und nachsuchen, simst Pit, ein angeschweißter Keiler sei sehr gefährlich. Und so funke ich Stefan an, damit wir mit Ajax, seinem Deutsch Drahthaar, nachsuchen.

Noch von der Ansitzleiter weise ich Stefan zum Anschuss ein, dann steige ich ab. An der Anschussstelle zeigt sich hellroter Schweiß. Ich entferne mein Zielfernrohr und entsichere, Stefan geht mit Ajax voran. Die Sicht im Roggen beträgt keine 5m. 60m weiter liegt die Sau im Roggen, wie vermutet, ein sauberer Blattschuss. Gemeinsam schleifen wir den Keiler zum Weg, dort breche ich auf. Auf dem Lieper Vorwerk treffen wir Dr. Lipps und lassen ein herrliches Jagdwochenende mit Kaffee und einem „Horrido” ausklingen.

DD Ajax am erlegten Keiler (Foto: J. Lehmann)

Ein erfolgreiches Wochenende….. (Foto: J. Lehmann)

….. im Sommer …. (Foto: J. Lehmann)

….. auf dem Lieper Vorwerk. (Foto: J. Lehmann)

Donnerstag, 06 Januar 2011 13:49
Stefan Fügner

Auf Sauen in Liepe

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von Stefan Habermann


Die Jagd in der Schorfheide, genauer gesagt in Liepe ist mir seit dem vergangenen Frühjahr an´s Herz gewachsen.

Die Naturvielfalt aus Hochwald, Feldern und Wiesen und dazu das Bruch als teils sich selbst überlassenem und landwirtschaftlich genutzten Land ist schon eine Einmaligkeit für sich. Dazu herzliche Gastgeber und günstige Unterkünfte - was will man mehr.

Beim letzten Mal verließen wir, meine Frau, ich sowie Kurt unser Terrorterrier und Kleo unsere DK- Jagdgebrauchshundanwärterin Liepe mit einem erlegten Dachs und einem Frischling, der sehr wohl als „Halbes Schwein auf Toast” taugen könnte.

„Seht zu, das ihr den Oktobermond mitbekommt” sagte Stefan zum Abschied.

Nun war ich zwar alleine da, aber Anblick sollte ich für Drei bis Viele haben .

Von Anfang: Freitag -Wir wollen um vier nachmittags raus- schaffst du das? Klar, kein Problem. War meine Antwort auf Stefan´s Frage, was sich als falsch herausstellte, A24-Stau und Polnische Mautsparer ließen mich erst eine Stunde später ankommen. Folglich nicht das Quartier beziehen, sondern gleich auf den Ansitz.

“Du gehst in die Seggebuchte, da ist Rotwild - vorher zeige ich dir noch die Sitze für den Frühansitz, fahr mal hinterher.”

Stefans Anweisung und seinem Auto folgend wurden mir drei Möglichkeiten zur freien Wahl gestellt -Du kennst dich ja schon gut aus hier- so Stefans Worte.

Die Terrassenkanzel an der Seggebuchte kannte ich gut, denn hier hatte ich schon mehrfach, wenn auch mit wenig Erfolg, gesessen. 17 Uhr, Kurt und ich richteten uns also häuslich ein, zum Sonnenuntergang war ja noch Zeit.

Acht Stücke Rehwild auf fünfhundert Meter - das fängt ja an wie beim letzten Mal, dachte ich und genoß eine Zigarette und ein Kaltgetränk, Kurt schnarchte …….. Das Rehwild beobachtend und hin und wieder die anderen zwei offenen Seiten abglasend vergingen gute drei Stunden, dann war der Sprung und auch die Sicht weg, unmerklich hatte die Dämmerung sich mit Wolken zusammengetan und dem Vollmond den Kampf angesagt.

Kaltgetränk, Zigarette - Schnarchen von Unten - irgendwann wird schon Licht, das sitzen wir doch aus !

Irgendetwas war plötzlich anders - das Schnarchen war weg, Kurt nicht mehr unter meinem Sitzbrett, langsam kam ich aus meinem Dämmerschlaf zu mir und sah mich um. Kurt hypnotisiert die Tür und grummelt -den Laut kenne ich, da muß Wild sein. Mit aller Vorsicht schiebe ich die Luke hinter mir auf und sehe - Rehwild, Ricke mit zwei Kitzen, na toll, denke ich noch, als sich im Augenwinkel etwas bewegt eine weitere Teildrehung und ich erhasche einen Blick auf zwei schnell wechselnde, kapitale Sauen die sich zügig am Zaun des gegenüberliegenden Pumpwerkes über die Pläne bewegen - also war doch etwas hier, meine Korkenzieherstellung korrigierend warf ich einen Blick auf´s Handy, 22 Uhr, die Wutze werden wach. Brechen und lautes Quieken unter mir in der dicht bewachsenen Buchte, Waffe bereit, Glas hoch- hören ja, sehen nein, aber es sind Viele, soviel ist klar - Kurtgrummeln ! Blick nach links - 9 kleine und zwei große, schwarze Klumpen ziehen Richtung Holz - natürlich am Zaun der Pumpstation entlang - sollte ich nicht doch ? Nein, zu gefährlich ! Wieder nach rechts konzentriert ist das Brechen verklungen, schemenhaft entfernt sich eine große Rotte von sicher 15 Stücken im Troll Richtung Reheinstand von heute Nachmittag - Sch… . Grummeln, Kurt starrt , mit dem Fang auf die Fensterbank aufgelegt auf die kleine Anhöhe und richtig , aus dem Laubgehölz wechseln acht Schwarzkittel an „ Kommt auf´s Grüne, kommt schon” denke ich, während ich die Mauser vorsichtig bereit mache, da sind sie, 80, vielleicht 90 Meter bei bestem Mond brechen die Schwarzen in der Luzerne, die Kleinste der Überläuferrotte ist mein Ziel, langsam folgt ihr die Mündung, bis sie breit steht - Schuss, sie zeichnet im Feuer, nachrepetiert, Blick durchs Glas- Bühne leer, dafür brechen die Sauen mit Getöse hinter dem Sitz in die Buchte. Klar war, das ich getroffen hatte, auf dem Blatt abgekommen und ruhig aufgelegt konnte nicht wirklich etwas schief gehen.

Die obligatorische Zigarettenpause später baumten Kurt und ich ab zur Kontrolle, bei Mond und Taschenlampenlicht nur Ausrisse, kein Schweiß am Anschuss.

Der Fluchtfährte folgend erreichen wir den Durchbruch, hier sind sie also rein. „ Such verwund mein Hund” schicke ich Kurt zur freien Suche in´s Ungewisse, immer wieder sehe ich den weißen Rücken des Terriers immer größere Kreise ziehen, da verschwindet er in einem Buschgewirr aus allem was Nadeln und Dornen hat - Laut, kurzes Todverbellen, dann Gezerre, da bist du also, denke ich und nähere mich dem Gewirr, nein, bei Nacht, ohne Deckung, wenn da noch mehr drin ist, als der eine gestreckte Überläufer, nein, das machen wir morgen früh, es ist kalt genug beruhige ich mich und rufe Kurt ab. Abbruch und Aufbruch, im Auto zeigt mir die Uhr 23.50, eine gute Zeit zum nach Hause fahren.

Das Geröllpflaster des Weges schüttelt uns durch und wir erreichen die Stelle, wo uns Stefan am Nachmittag einen Wagen empfohlen hatte. Ein wenig runterkommen von der Aufregung tut gut, denke ich, Kurt kann sich auch nochmal lösen, warum also nicht nach dem Wagen sehen. Gesagt getan, Glas, Waffe, Hund voran geht es gemütlich im Baumschatten zur rollenden Ansitzkiste, vor mir die Wiese sieht aus wie ein Handgranaten Wurfstand, die Wutze hatten ganze Arbeit geleistet.

Am Ansitzwägelchen angekommen, untersuche ich den Verschluss, alles um uns herum ist ruhig, Kurt verschwindet kurz für große Jungs und ich schließe die Tür, ja, ein guter Platz für morgen Früh. Kurt! Fuß!

Ich wende auf der Sohle Richtung Grünland und sehe fünf fast gleich große Sauen, wie aus dem Boden gewachsen bearbeiten sie die Soden.

Hilft nichts, die Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder, denke ich und streiche außen an der Ansitzkiste an. Im Knall bricht das geringste der Stücke zusammen - die anderen verlassen die Vorstellung Richtung Gehölz - Wow, zwei in so kurzer Zeit denke ich, das ist doch mal was.

Kurt verbellt anhaltend die Sau, es ist also noch Leben in ihr, Optik von der Waffe und vorsichtiges Nähern. Im Voranschlag, auf fünf Meter heran kommt sie hoch und schlägt nach dem tanzenden Hund, der sie immer wieder an den Keulen gezwickt hat, eine Wendung zu mir, Blasen, ich ziehe die Waffe an die Wange, die Kugel trifft über dem Wurf und lässt die schwarze Bache zusammenbrechen.

Donnerwetter, die ist nicht von schlechten Eltern, denke ich als ich die Bache drehe. Im Scheinwerferlicht meines inzwischen geholten Autos breche ich auf und versuche anschließend die Gestreckte auf die Ladefläche zu wuppen - nicht machbar. Etwa eine halbe Stunde warte ich, bis Stefan, den ich aus dem Bett klingeln musste, mir Weidmannsheil wünscht und wir zusammen die Beute verladen und in die Wildkammer verbringen, fast 90 kg zeigte die Waage an.

Noch kurz bei einem kühlen Blonden das Erlebte des Vorabends repetieren, die Bergungspläne für den Morgen besprechen und ab in die Falle.

Nach kurzer Nacht dann Treffen an der Seggebuchte, den markierten Anschuss untersuchen, nochmals die Fluchtfährte prüfen und DD Rüde Ajax zur Verlorensuche schnallen - auch er verbellt die Wutz in dem Geschlinge unter der Kanzel. Auf dem Bauch robbend berge ich die Bache, sie wird später aufgebrochen 47 kg auf die Waage bringen. Ein schöner Erfolg.

Am Samstagabend weist Stefan mir in einem anderen Revierteil eine offene Baumplattform zu.

Nach dem Aufbaumen erkenne ich rechts eine gut bevölkerte Weide, hier werden sicher keine Sauen kommen, das werden die Rinder verhindern. Ich wende mich also der linken Seite zu und warte. Dieser Ansitz ist deutlich kühler, das Wetter ist umgeschlagen, nachdem ich gute drei Stunden im Nieselregen ausgeharrt habe und sich so gar überhaupt nichts gerührt hatte, baume ich mit klammen Fingern ab um , ohne über „Los” zu gehen mein Lager in der Pension anzunehmen. Ich beschließe noch eine Frühpirsch zu unternehmen und schnarche schnell mit Kurt um die Wette.

Der Wecker bricht den Schlaf um Vier ab, ein kurzes Frühstück später verlasse ich um kurz vor Fünf die Pension zu Fuß um im angrenzenden Revier meine Pirsch zu beginnen.

Mit Kurt an der Lautlosleine unterwinde ich einen Zaun, kaum 100 Meter vom Ortsrand entfernt. Nach wenigen weiteren Schritten im Schatten der Bäume höre ich sie brechen, kaum zu glauben, die Sauen sind praktisch bis an die Gartengrenzen vorgestoßen. Dem Geräuschpegel nach zu urteilen mussten es Viele sein. Was tun ?

Erst einmal ein wenig abwarten, das Morgengrauen sollte doch bald einsetzen. Als dann genug „Licht” ist für das Glas wird Kurt abgelegt und ich bewege mich auf Knien in Richtung Geräuschpegel, noch gut 100 Meter, ich glase die Gegend vor mir ab und versuche die Stücke zu zählen, 40? 50?- so viele auf einem Haufen habe ich noch nicht gesehen-

Kriechend bewegte ich mich auf Schussentfernung, immer wieder verschieben sich die Sauen, es scheinen drei oder vier Gruppen in dieser Rotte zu sein, immer eine Art Sicherheitsabstand untereinander haltend.

Kleinere Rangeleien untereinander aber nicht unter anderen Gruppen, eine interessante Erfahrung. Während meiner Beobachtungen wird es immer heller, hell genug für sauberes Ansprechen, denke ich und wage den Blick durch die Optik auf der Waffe. Ja, es geht, ich folge mit der Mündung einem Sauenhaufen, der langsam nach rechts wandert beim Brechen.

Als ich einen Frischling sicher ansprechen kann, lasse ich fliegen, Kugelschlag - die Rotte flüchtet nach rechts in die Buchenbestände, andere Sauen preschen den Hügel hinunter nach Hinten , mehr kann ich nicht durch das Zielfernrohr erkennen, allerdings auch nicht das beschossene Stück.

Die übliche „Zigarette danach” später bewege ich mich an den Anschuss, nicht´s zu finden, kein Garnichts-ich werde im Tageslicht noch eine Kontrollsuche machen, beschließe ich.

Auch die Kontrollsuche mit Hund ergibt nichts, außer, dass wir einen Kugelriss in einer verschobenen Grassode finden, genau in Schußbahn, wie sich herausstellt - diesen Batzen hatte mir die Optik wohl weggezaubert - das ist Jagd, denke ich und bin jetzt sicher verschossen zu haben.

Was will man mehr, fragte ich bereits am Anfang - Anblick ohne Ende, die wunderbare Landschaft und auch noch Weidmanns Heil auf zwei Wutze gehabt. Hochzufrieden verabschiede ich mich nach Hause .

Als der Jagdverein Lehrprinz e.V. Anfang des Jahres seine Arbeit aufnahm, war es an der Zeit, das erste Seminar für Jungjäger zu starten. Im Januar hatte ich mir bereits einen Eindruck vom Wildreichtum auf der Insel Usedom gemacht und mich entschlossen, mit Hubertus von Rochow als zweitem Lehrprinzen dort das Jungjägerseminar abzuhalten.

Wir hatten uns auf eine Woche Mitte Mai geeinigt, da in dieser Zeit das Rehwild besonders aktiv ist und somit Ansitze zahlreichen Wildanblick versprechen.

Die Resonanz auf die Beschreibung des Seminars war zunächst groß. Am Ende meldeten sich nur zwei Teilnehmer an. Das stellte sich später als Glücksfall heraus, da beide Teilnehmer mit ihren Hunden anreisten und wir unsere ganze Aufmerksamkeit den beiden Jungjägern widmen konnten.

Am Freitag, den 9. Mai ging es dann auf die fast 900 km lange Reise. Zwei große Jagdtaschen, zahlreiche Jagdutensilien, zwei Waffen wurden in der VW Doppelkabine verstaut und oben auf allem tronte DK Rüde Joe in seinem Körbchen.

Wenn man dann mit 90 km/h über die Autobahn fährt, ist da nicht nur die Vorfreude auf einige Jagdtage. Auch viele Fragen gehen einem durch den Kopf. Wie wird das Wetter? Werden wir genügend Anblick haben? Werden sich Hunde und Jäger vertragen?

Doch alles der Reihe nach.

1. Die Reviere:
Den Jungjägern standen gleich mehrere völlig unterschiedliche Reviere zur Verfügung. Das eigene Revier des Herrn von Rochow, ein reines Waldrevier mit zahlreichen Kirrungen und Wildäckern. Das zweite Revier, das bejagt wurde, liegt auf einer Halbinsel der Insel Usedom und ragt in das Achternwasser, den Mündungsarmen der Peene hinein. Extensiv bewirtschaftete Wiesen mit verlandeten Seen, Kiefernwäldern und einem Bachlauf bestimmen hier das Bild der Landschaft. Die völlige Abgeschiedenheit, die Wiesen, der Bach und das nahe verschilfte Ufer gaben diesem Jagdbogen eine ganz besondere Note.
Auch ein etwas weiter vom Quartier gelegenes 3. Revier lag abseits der Touristenströme und bot den Seminateilnehmern einen Einblick in die Landschaft und das Jagen in Mecklenburg-Vorpommern.

Karge Wiesen, Kiefernwälder und verlandete Seen prägen das Bild der Landschaft auf Usedom

In Mecklenburg, in Mecklenburg, da sind wir durch den Raps gegurkt.

2. Die Teilnehmer:
Die wichtigste Frage vor dem Seminar war, ob sich Jungjäger und Lehrprinzen verstehen. Doch alle Bedenken lösten sich schnell in Luft auf. Obwohl auch die komfortabelste Ferienwohnung bei 3 Hunden und 4 Bewohnern eng wird, kamen alle Bewohner bestens miteinander aus. Der oft enge Zeitplan mit Morgenansitz, Frühstück, Hundearbeit, Revierfahrten und Abendsansitz forderte von allen Beteiligten eine hohe Disziplin. Auch der Golden Retriever Rüde Bobby, mit sichtlichen Anfangsproblemen im Gehorsam, war schnell “eingenordet” und fügte sich dem streng geregelten Tagesablauf.

3. Die Hunde:
Da beide Jungjäger ihre Hunde mitbrachten und viel Arbeit notwendig war, war ich froh, dass das Seminar sich nur auf 2 Teilnehmer begrenzte. Schon ein 3. Teilnehmer hätte eine optimale Beteuung nicht mehr gewährleisten können.
Die zahlreichen menschenleeren Uferbereiche mit Schilfgürteln boten ideale Bedingungen, um mit den Hunden die Wasserarbeit zu vertiefen.
DK Rüde Joe hatte ich mitgenommen, weil ich weiß, wie sehr sein Ehrgeiz geweckt wird, wenn er anderen Hunden beim Arbeiten zusehen muss. Meine Idee ging auch voll auf. Verbissen arbeitete Joe an seinen Apportierfähigkeiten, als er sah, wie gut die anderen Hunde den Fuchsdummy und das Apportel aus dem Wasser holten. Zudem kam es beim Jungjägerseminar zu einer kleinen Liebesgeschichte. Joe hatte sich in die Kleine Münsterländer Hündin Cassie verliebt. Während der Ruhephasen lag er neben ihr und wich ihr nicht mehr von der Seite. Sichtlich verliebt bewunderte er seine Angebetete.

Obwohl der Apport nicht sein Lieblingsfach ist, aktivierte die Arbeit der anderen Hunde seinen Ehrgeiz.Joe bei der Wasserarbeit.

Da strahlt der Ausbilder!

Cassie

Cassie ist eine für Münsterländer ungewöhnlich ruhige Vertreterin. Es ist ein Augenschmaus, ihr bei der Quersuche zuzusehen. Ruhig und gründlich pflügt sie, ständig die Nase im Dreck, durch die Wiesen. Nur mit der Nähe zum Führer klappt es noch nicht, aber die Arbeit, den Hund enger an den Führer zu binden, machte bereits an den Tagen des Seminars Fortschritte. Die sensible Hündin, wegen Schussscheue als unbrauchbar abgegeben, hatte wohl den falschen Führer. Mit Bodo, ihrem neuen Herrn, wächst ein harmonisches Gespann heran, was große Hoffnungen weckt. Die zarte sensible Hundin paßt zu ihrem Führer, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Nicht nur der Dummy,…

…sondern auch den schweren Apportierbock bringt die zarte Cassie sicher zu Führer.

Üben der Quersuche auf den Wiesen am Rande des Achternwasser

Bobby

Bobby, der Golden Retriever Rüde, ist ein Paradebeispiel völligen Versagens unkundiger Tierschützer. Scheinbar hatte niemand erkannt, dass Bobby kein Kuschelretriever ist, sondern deutlich alle Anzeichen einer Arbeitslinie in sich trägt. Diese völlig Fehleinschätzung führte dazu, dass es Bobby in 2 1/2 Jahren auf 6 Besitzer brachte.
Schon nach einigen Übungen am Grundgehorsam besserte sich sein anfänglich rüpelhaftes Verhalten. Doch am Wasser kam dann sein eigentlicher Arbeitswille zum Vorschein. Zwar paddelte er noch unbeholfen im Wasser, was bewies, dass Bobby bisher kaum am Wasser gearbeitet worden war, aber das schwere Apportel griff er ohne zu zögern und brachte es zum Ufer. Schnell begriff Bobby, was man von ihm will und die 4 Tage Seminar haben die ersten Weichen gestellt, dass Uwe wohl nun sein letzter Besitzer sein wird. Für mich der größte Erfolg auf dem Seminar.

Bereits am ersten Tag bringt Bobby das schwere Apportel…

…und bringt es tragend ans Ufer

 

Auch am Gehorsam wurde gearbeitet: Bobby wartet auf den Führer an der offenen Autotür

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Joe und Bobby üben das Ablegen.

Nach der Hundearbeit genossen alle die Stille und Ruhe der Insel

4. Revierarbeiten:
Das Ansprechen und Jagen sollte im Mittelpunkt des Seminars stehen. Doch auch ein wenig Informationen über Revierarbeiten sollten nicht fehlen, weshalb wir an einem Tag eine Revierfahrt zu den Kirrungen unternahmen und der der Bau zweier einfacher Erdsitze wurde in Angriff genommen.
Insbesondere das ausgeklügelte System der Beschickung der Kirrungen stieß auf großes Interesse. Es wurde aber auch klar, mit welch hohem Aufwand eine relativ kleine Jagd betreut werden muss, um am Ende eines Jagdjahres eine passable Strecke vorweisen zu können.

So muss es sein:

 

Die Lehrprinzen arbeiten…

…und die Jungjäger fachsimpeln!

Auch die Hunde nutzen gern die Suhlen.

Lesen und einstellen der Wilduhr

 

Wildackerbestellung

5. Ansitze:
Auf das Üben des Ansprechens hatten wir das besondere Augenmerk gelegt, weshalb beide Jungjäger zu allen Ansitzen begleitet wurden. Hier hatten wir großes Glück. Das Revier verfügte über einen besonders guten Wildbestand. Zudem hatte man von den Sitzen einen weiten Blick über das Tal und der Termin des Seminars war optimal gewählt, denn wir konnten das Rehwild in einer sehr bewegungsaktiven Zeit beobachten.
Von den Anblicken, die wir hatten, war selbst ich überrascht. Manchmal lief der Ansitz ab wie im Kino. Es konnte nicht nur Rehwild, sondern auch Rotwild und Sauen angesprochen werden. Und wenn dies gerade mal nicht da war, wer es ein Fuchs, der Seeadler oder irgedwelche seltenen Vogelarten, die den Ansitz jedesmal zu einem Erlebnis machte.
Als Pirschjäger kam auch ich an einem Abend auf meine Kosten. Einen weit entfernten Spießer im Bast haben wir angepirscht und kamen bis auf wenige Meter an ihn heran, aber mit der schnellen routinierten Schussabgabe wollte es dann doch nicht klappen, aber versucht hatten wir es und das war es allemal wert gewesen.

Fazit:
Auch wenn es mit dem Erlegen eines Jährlingsbockes nicht geklappt hat, so war das Jungjägerseminar ein voller Erfolg. Im Mittelpunkt stand die Aufgabe, den Jungjägern das Ansprechen in der Praxis zu lehren. Bei je 4 Abend- und Morgenansitzen mit großen Mengen an Wild sind die Jungjäger beim sicheren Ansprechen von Wild einen wesentlichen Schritt weiter. Die Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern hat bewiesen, dass sie zu den wildreichsten Gegenden Deutschlands gehört und immer eine Reise wert ist.
Es waren sicherlich auch für mich die wildreichsten, aber auch die anstrengensten Jagdtage meines Lebens.
Wir werden das Jungjägerseminar auf Usedom auf jeden Fall wiederholen und das Seminar “Kahlwild richtig bejagen - Das Ansprechen und Erlegen des weiblichen Rotwildes” ist bereits für September geplant.

Dienstag, 20 Mai 2008 13:37
Stefan Fügner

Das Jungjägerseminar aus Sicht eines Teilnehmers

geschrieben von

Als sich die ersten Teilnehmer zum Jungjägerseminar des Jagdvereins Lehrprinz e.V. anmeldeten, war es nicht nur Vorfreude auf einige Jagdtage. Ein wenig Lampenfieber hatte ich schon, als ich nach Usedom aufbrach und mir die Leitung des ersten Jungjägerseminars bevorstand.

Doch die Eindrücke dieses Seminars lassen sich am Besten von einem Teilnehmer selbst schildern.

Hier der erste Bericht über das Jungjägerseminar auf Usedom von Uwe Paschedag

Jungjägerseminar auf Usedom vom 14.5-18.5.2008

Als Jungjäger eine erste Jagdmöglichkeit zu finden, ist nicht einfach. Insbesondere dann nicht, wenn man ursprünglich aus der Stadt kommt und keine Personen mit jagdlichem Bezug in der Familie oder im Freundeskreis hat und wenn die Kriegskasse nicht prall gefüllt ist, um sich mal eben für ein paar Tausend Euro einen Begehungsschein zu kaufen.

Dies war die ernüchternde Erfahrung, nachdem ich im Mai 2007 die Jägerprüfung bestanden hatte und erwartungs- und hoffnungsvoll in den örtlichen Hegering eingetreten war. Und aus den wenigen Hoffnungsschimmern, die sich im Laufe der nächsten Monate ergaben, wurde leider nichts. Zum Jahresende gab es dann aber doch eine Einladung zu einer Drückjagd in einem kleinen Waldrevier, die zwar für alle erfolglos verlief, mir aber erstmals Gelegenheit bot, meinen schönen alten Drilling auszuführen. Außerdem durfte ich danach noch ein paar mal alleine in dem Revier ansitzen. Viel Wild erschien dabei nicht auf der Bühne, doch die 2 oder 3 Stücke Rehwild, die ich insgesamt bei den rund 10 Ansitzen sah, reichten aus, mir zu zeigen, wie schwierig es ist, Wild in der Praxis anzusprechen um innerhalb von Sekunden zu einer zweifellos richtigen Entscheidung zu kommen. Ebenso das Aufbrechen und Versorgen von erlegtem Wild hatte ich zwar im Rahmen der Vorbereitung auf die Jägerprüfung in der Theorie gelernt, dies praktisch umzusetzen ist aber etwas ganz anderes. Im Februar dann mit dem Hegering zu einer Taubenjagd – das war’s soweit erst mal. Und mit dem Wissen um mein Unwissen einen Jagdurlaub oder ein Jagdwochenende zu buchen, wäre mir viel zu peinlich gewesen. Mir wurde also klar, dass ich ohne praktische Anleitung, wie es normalerweise üblich sein sollte, nicht weiter kommen würde.

Und dann fand ich im Jagdblog im März den Hinweis auf die Gründung des Vereins Lehrprinz e.V. und das Jungjägerseminar. Das kam wie gerufen – denn es versprach die Lösung meines Problems. Der Lehrprinz e.V. hatte offenbar genau diesen Missstand erkannt und wirkt dem durch seine Zielsetzung und das Programm entgegen.

Also schnell Kontakt zum Vorsitzenden Stefan Fügner aufgenommen und das erstmals stattfindende 5-tägige Seminar auf Insel Usedom fest gebucht. Zu einer angemessenen Kostenerstattung sollte es die Jagd auf einen geringen Bock per Ansitz und Pirsch täglich morgens und abends unter Anleitung mit allem, was dazu gehört, enthalten. Außerdem tagsüber die Ausbildung von Jagdhunden und ggf. Unterweisung im Jagdhornblasen. Unterkunft und Verpflegung ebenfalls inklusive.

So wartete ich mit Spannung auf den 14. Mai, an dem es losgehen sollte. Dann, 4 Wochen vor Seminarstart, erhielten wir zuhause Rudelzuwachs in Form eines 2 ½ Jahre alten Golden Retrievers, der bislang leider nicht viel Erziehung genossen hatte. Ihn während des Seminars zuhause zu lassen wäre unmöglich gewesen. Also kurz Seminarleiter Stefan Fügner kontaktiert, ob ich unseren 33 Kilo Rüpel denn wohl mitbringen könnte. Stefan stimmte sofort zu, was sich auch später noch als „Gold wert“ herausstellen sollte.

Mittwochmorgens am 14. fuhr ich mit meinem Halbstarken dann also ab in Richtung Usedom und kam um 17 Uhr an.

Gerade eingetroffen und vorgestellt, ging es auch schon gemeinsam mit Bodo - einem weiteren Seminarteilnehmer, Stefan und Uli vom Verein Lehrprinz und Herrn von Rochow als Jagdleiter in dessen erstaunlich geländegängigem VW-Bus los in das über 700 ha große Jagdrevier am Peenestrom, das nicht landwirtschaftlich genutzt wird und schon beim ersten Anblick atemberaubend erschien. Die weit überschaubare und abgelegene Hügellandschaft mit Mischwald, Bauminseln, Büschen, Wiesen und Bächen bietet wohl dem Wild alles in Hülle und Fülle, was es braucht.

Zusammen mit Herrn von Rochow besetzte ich eine Kanzel an einer Waldschneise. Und was wir bei diesem ersten Abendansitz bereits sahen, dürfte wohl manch einem Jäger sein Leben lang verwehrt bleiben. Insgesamt wohl an die 14 Stücke Rotwild wechselten nach und nach aus dem Waldrand zum Äsen auf die Lichtung und wieder zurück. Zwischendurch sah ich einen recht großen Greif in einem Baumwipfel verschwinden. Beim Blick durch das Fernglas wollte ich meinen Augen kaum trauen. Ein adlerförmiger Kopf, gelbe Ständer – tatsächlich: ein Seeadler (!), wie mir Herr von Rochow bestätigte. Rehwild sah ich an diesem Abend nicht, aber das sollte sich in den folgenden Tagen ändern. Bodo und Stefan hatten auf Ihrer Kanzel Rehwild bestätigt und auch Uli, der das Wild mit der Kamera schießt, hatte Rehwild gesehen.

Zurück in Heringsdorf konnte ich dann erst mal unser komfortables Quartier in Form einer ausgezeichnet ausgestatteten Wohnung im Haus von Herrn Rochow beziehen und nach einer Stärkung wurde es auch schon Zeit für die Nachtruhe, um für den Morgenansitz, der Aufstehen gegen 4 Uhr bedeutete, wieder fit zu sein.

Nach dem Morgenansitz auf einer anderen Kanzel, bei der wir wieder Rotwild, aber auch Rehwild ansprechen konnten, gab es dann erst mal ein ausgiebiges Frühstück.

Im Anschluss ging’s gemeinsam mit Bodos kleiner Münsterländer Hündin Casie, Stefans Deutsch-Kurzhaar Joe und meinem Halbstarken Golden Retriever Bobby raus ans Achterwasser zwecks Hundeausbildung. Während Casie schon auf Abi-Niveau ausgebildet ist und Joe noch mit Konzentrationsschwächen und seiner eigenen Energie zu kämpfen hat, musste mein Rüpel erst mal in die Grundschule. Als erfahrener Hundeausbilder erkannte Stefan ziemlich schnell Bobys Schwächen und Stärken und mit seiner Unterstützung gelang es schnell, ihm grundsätzliche Manieren bei zu bringen, was die 6 vorherigen Besitzer dieser armen und doch so wunderbaren Fellnase vorher nicht zu Stande gebracht hatten. Drill Sergeant Stefan stellte fest, dass Boby nicht aus der Zucht-Richtung der Show-Linien, sondern aus einer Arbeitslinie kommt und dementsprechend gefordert werden muss. Insgesamt konnte ich viele Tipps über Bobys richtige Ausbildung mit nehmen. Seit dem Seminar habe ich als Nebeneffekt quasi einen anderen Hund und auch ein anderes Verständnis für meinen Vierläufer.

Nach der mittäglichen Hundeschule gab’s dann noch eine kleine Ruhepause für alle und nach einer Stärkung bereiteten wir uns schon wieder für den Abendansitz vor. Dieser Rhythmus wurde im Großen und Ganzen über den ganzen Zeitraum beibehalten.

Bei jedem Besuch im Revier wurde eine andere viel versprechende Kanzel belegt, in deren Nähe im Vorfeld außerhalb der eigenen Schussentfernung Wild angesprochen werden konnte. Und bei jedem Ansitz gab es vielfältig Wild zu sehen. Rehwild, Rotwild, Schwarzwild, Fuchs und Hasen zeigten sich regelmäßig auf der Bühne und auch der Seeadler ließ uns nicht alleine. Überhaupt war auch die Artenvielfalt der gefiederten Einheimischen beachtlich.

Die Zusammenstellung der Seminarteilnehmer/Lehrprinz-Teams wechselte dabei immer wieder ab, so dass möglichst viel Wissen und Erfahrungswerte vermittelt werden konnte. Und wenn der Ansitz mal nicht so viel brachte, dann gings eben auf die Pirsch, denn auch das will unter Berücksichtigung vielfacher Faktoren wie auch das Verhalten auf dem Hochsitz gelernt sein.

Neben dem Ansitz und der Pirsch lernten wir durch „learning by doing“ im Revier von Herrn von Rochow aber auch Praktisches z.B. über das Anlegen einer Sauenkirrung und eines Wildackers und über den Bau von Ansitzeinrichtungen.

Am Freitag am frühen Abend hatten wir dann Gelegenheit, ein weiteres Revier im Landesinneren kennen zu lernen, das landwirtschaftlich genutzt wird und in dem es in einem Maisschlag starken Wildschaden durch Schwarzwild gibt. Der klare blaue Himmel ließ für nachts auf gutes Vollmondlicht hoffen, so dass dem Ansitz auf Rehwild in diesem Revier ein spannender Nachtansitz am Feldrand auf die schwarzen Koffer folgen sollte. Leider machte uns das Wetter aber dann doch einen Strich durch die Rechnung, denn dunkle Wolken ließen später nicht das erforderliche Mondlicht für einen nächtlichen Ansitz auf Schwarzkittel durch. Jedoch wurden mein Lehrprinz Stefan und ich Zeugen eines ungewöhnlichen Naturschauspiels, als plötzlich ein Reh ein anderes über die Bühne jagte. Spontan gingen wir von einem Bock aus, der jahreszeittypisch einen Jährling aus seinem Revier vertreibt und ich hatte schon fast meinen schönen alten Drilling im Anschlag, als Stefan erkannte, dass es ein Bock war, der eine Ricke trieb – wie in der Paarungszeit - und das schon im Mai!

Da der Nachtansitz also ausfiel, konnten wir am Samstagmorgen wieder in das Revier auf Usedom, wo wir in den Tagen zuvor ja nun schon das eine oder andere Reh als „passend“ angesprochen hatten. Für Bodo sollte dies, da er bereits am Samstag abreisen musste, schon die letzte Möglichkeit sein, seinen ersten Jährling zu erlegen, doch das Jagdglück war nicht auf seiner Seite.

Ich selbst konnte zusammen mit Herrn von Rochow als Lehrprinz auf dem Pirschgang ein Schmalreh ansprechen, das friedlich auf einer Lichtung äste. Dieses Schmalreh hätte ich ohne weiteres strecken dürfen, jedoch hatte ich ja noch etwas Zeit und so ließ ich in der Hoffnung auf einen kleinen Trophäenträger den Finger gerade und wünschte dem Schmalreh einen schönen Tag.

Für Bodo wurde es am Vormittag dann schon Zeit für die Heimreise, nachdem die Bereifung seines Wohnanhängers wieder unter tatkräftiger Mithilfe von Stefan fit gemacht war. Viel zu schnell war das Seminar rum gegangen und gern hätte man noch mehr Zeit zusammen verbracht, um auch noch mehr spannendes Wissen aufnehmen zu können.

Nach einem nachmittäglichen Ausflug mit den Fellnasen Bobby und Joe und Drill Sergeant Stefan über die Strandpromenade unter Lerneinheiten und Austoben am Strand wurde es nach einer anschließenden zünftigen Stärkung schon Zeit auch für meinen letzten Abendansitz.

Herr von Rochow schlug vor, noch mal das Revier im Landesinneren zu wählen, da er dort einige Zeit zuvor gleich ein paar Rehböcke gesichtet hatte, von denen sicher einer der Richtige sei. Denn in dem großen Revier schien das Geschlechterverhältnis beim Rehwild aktuell stark in Richtung Ricken zu tendieren, was dort die Chancen schlechter erscheinen ließ. Der verregnete Nachmittag versprach dabei die günstigste Voraussetzung zu sein, dass das Rehwild auch tatsächlich auf die Lichtung heraustreten würde. Durch die eng werdende Zeit in Kombination mit den günstigen Voraussetzungen war die Erwartungshaltung dann natürlich bei allen hoch.

Doch man kann Diana nicht zwingen und so sollte uns das Jagdglück an diesem Abend auf der Kanzel versagt bleiben. Das Rehwild ließ sich nicht sehen, allein eine Fähe schnürte über die schöne abgelegene Lichtung. Doch auch dieser Ansitz war lehrreich, denn warum war es wohl eine Fähe? Und warum geht man wohl ausgerechnet mittig über die Lichtung auf den Hochsitz zu? Als wir den Ansitz abbrachen, weil es zu dunkel wurde, um Wild noch richtig ansprechen zu können, sahen wir in einiger Entfernung noch ein Stück Kahlwild in der Waldinsel verschwinden, das wohl in der Wiese gelegen hatte.

Herr von Rochow sammelte uns dann mit seinem Bully wieder auf und auf der Rückfahrt ins Quartier machten sich bei mir dann doch die vielfältige Aktivität und der wenige Schlaf der letzten Tage bemerkbar, die im übrigen wie im Flug und viel zu schnell vorüber gegangen waren. Im Quartier angekommen, überließ man mir die Entscheidung für oder gegen einen letzten Morgenansitz. Da Lehrprinz Stefan und unsere hilfreiche Hand Uli und ich aber am kommenden Sonntag noch hunderte von Autobahnkilometern vor uns haben sollten und wir alle eh schon ziemlich geschafft war, siegte die Vernunft bei der Entscheidungsfindung, so dass ich dem Ausschlafen Vorrang einräumte. Dies sollte sich auch als unbedingt richtig erweisen.

Am nächsten Morgen gings also nach einem ausgiebigen Frühstück und der Verabschiedung auf die Heimreise. Übrigens auch ohne Abschuss nicht ohne Trophäe, denn auf einem der Reviergänge hatte ich eine Abwurfstange gefunden.

Herr von Rochow bedauerte, dass wir nun leider keinen Erfolg gehabt hätten, doch dem musste ich widersprechen. Denn erfolgreich war das Seminar für uns Jungjäger auf jeden Fall, ein erster Abschuss hätte lediglich den krönenden Abschluss ausgemacht.

Die Zielsetzung des Seminars und meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt und teilweise auch weit übertroffen. Nie hätte ich mit einer so großen Wilddichte und Artenvielfalt gerechnet. So konnte natürlich das Ansprechen von Wild optimal geübt werden und es wurde niemals langweilig, weil es immer etwas Neues zu Lernen gab.

Wie bereits erwähnt, machte für mich persönlich auch die Hundeausbildung unter der erfahrenen Führung Stefans einen entscheidenden Teil des Tagesablaufs aus, so dass ich am Ende tatsächlich einen anderen Hund mit nach Hause nehmen konnte.

Durch die Vielzahl der Aktivitäten von früh morgens bis spät abends blieb nur leider kaum Zeit für einen schönen geselligen Teil am Abend. Schade vor allem, weil die Chemie der Gruppe stimmte und es in gemütlicher Runde bei einem guten Tropfen sicher auch noch viel zu erzählen gegeben hätte. Aber das Seminar fand ja erstmals statt und so galt es für alle, zunächst erst mal Erfahrungen zu sammeln. Und auch wenn es nur ein Nebenaspekt des Seminars war, den ersten Rehbock hätten wir schon ganz gerne für uns verbucht – und den kriegt man eben nur im Revier - und nicht beim Bier.

Ein weiterer positiver Aspekt gerade für mich als Jungjäger ohne gute jagdliche Verbindungen sind die sicher nicht zu unterschätzenden Kontakte, die sich durch solch ein Seminar ergeben.

Für mich steht auf jeden Fall fest, das ich die Seminare des Lehrprinz e.V. regelmäßig frequentieren werde, bis ich mich fit fühle – denn es gibt noch viel zu Lernen. Prädikat: ausgesprochen empfehlenswert

Ein großes Dankeschön für Ihre unermüdlichen Bemühungen, uns mit dem ganzen notwendigen „Drumherum“ zu versorgen und uns die Seminarinhalte zu vermitteln möchte ich abschließend an unsere beiden Lehrprinzen, Stefan Fügner und Hubertus von Rochow richten und auch an Ulrich Döring, der das ganze Seminar hilfreich begleitet hat.

U. Paschedag, Warstein

Freitag, 10 April 2009 13:36
Stefan Fügner

Eine Alternative zum Begehungsschein Empfehlung

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Ist das Grüne Abitur bestanden, stellt sich einer Vielzahl der frischgebackenen Jäger die Frage nach der ersten Gelegenheit, die Jagd auszuüben und das neuerworbene Können zu erproben. Insbesondere für die Jagdschein-Absolventen, die (noch) keine jagdlichen Kontakte in Verwandschaft und Freundeskreis haben, scheint für die praktische Jagdausübung bislang nur ein Einstieg über einen Begehungsschein möglich zu sein. Da ein Begehungsschein jedoch häufig mit Verpflichtungen einhergeht, die mit dem breiten theoretischen Wissen aus den Jagdscheinprüfungen noch nicht erfüllt werden können, wird dann ein Begehungschein regelmäßig zur unbefriedigenden Lösung für Jungjäger und Jagdpächter. Das absolut neuartige Konzept des Jagdvereins Lehrprinz versucht, die offenbar existierende Lücke zwischen “Grünem Abitur” und erstem Begehungsschein zu überbrücken.

Wer die Jagdscheinprüfungen über- und bestanden hat, weiss, dass er hierfür richtig viel lernen musste. In den Jägerlehrgängen und für die nachfolgenden Prüfungen wird ein breitgefächertes und luxeriöses Grundwissen vermittelt, für das sich alles andere als zu Unrecht der Name “Grünes Abitur” eingebürgert hat. Der Jagdschein wird den Absolventen nicht geschenkt.
Und doch: Die Erkenntnis fällt schwer, dass trotz bereits gelöstem ersten Jahresjagdschein eigentlich noch die Einführung in den praktischen Jagdbetrieb erforderlich wäre. Dabei ist es überhaupt keine Schande zu bekennen, dass man bislang in erster Linie theoretisches Wissen angehäuft hat und noch die praktische Erfahrung fehlt.
Außerdem ist es bislang in der Ausbildungssystematik der Jägers nicht vorgesehen gewesen. Wer die Jagdscheinprüfungen bestanden hat, ist zur Ausübung der Jagd berechtigt, darf allerdings noch kein Revier pachten.
Vor allem letzteres ist zu hinterfragen: Was gibt es für Alternativen zur Jagdpacht und warum ist diese erste und grundlegende Möglichkeit der Jagdausübung dem Jungjäger die ersten drei Jahresjagdscheine verwehrt.
Ohne in juristische Details zu gehen und den Willen des Gesetzgebers für diese Regelung im Einzelnen zu hinterfragen: Er wird seine Gründe gehabt haben und diese sind zweifellos in der Annahme begründet, dass ein Jungjäger in den ersten drei Jahren mutmaßlich noch nicht die erforderliche Erfahrung hat, selbst- und eigenständig die ordnungsgemäße Bejagung eines Reviers zu erfüllen.
Nur welche Alternativen bestehen denn nun zur Pacht eines Reviers und wie soll denn nun der Jungjäger zu der notwendigen Erfahrung kommen?
Bestenfalls wird er von Freunden und/oder Bekannten mitgenommen und erlangt über deren Anleitung die erforderliche und scheinbar auch gewünschte Erfahrung, sodass er nach dem dritten Jagdjahr zur Bejagung eines eigenen Reviers in der Lage ist.
Aber was ist mit denen, die über solche Kontakte nicht verfügen?: Die einzige Möglichkeit scheint derzeit der Begehungsschein.
Wird der Begehungsschein allerdings - unabhängig von der vertraglichen Gestaltung im einzelnen - in der Form ausgereicht, dass der Revierpächter dem Begehungsscheininhaber einen bestimmten Prischbezirk zuweist, in dem der Jungjäger eigenständig die Jagd ausüben soll, kann das jedenfalls bei einem Jungjäger im Zweifelsfalle nur zur Frustration führen.
Der Begehungsschein in der Form einer faktischen Unterverpachtung mag für den erfahrenen Jäger eine optimale Alternative zum eigenen Revier sein, dass er aus welchen Gründen auch immer nicht oder nicht mehr pachten will. Für den Jäger mit gerade bestandenen Prüfungen kann ein solcher im Zweifelsfalle nur zur Enttäuschung auf beiden Seiten führen, wenn der Revierpächter nicht ausnahmsweise seine Jagdpassion auch darin sieht, dem Jungjäger seine Jagderfahrung zu vermitteln, einzuführen und anzuleiten.
Zwar bestätigen Ausnahmen die Regel, selbstverständlich ist eine solche Erfahrungsvermittlung und Anleitung sicher nicht. Und vielleicht kann man es von einem Revierpächter, der einen Begehungsschein ausgeben möchte, auch einfach nicht erwarten, dass er sich der Jungjägerausbildung verschreibt.

Um diese Lücke zu schließen, um Revierpächtern diese Aufgabe nicht aufzwingen zu müssen, die sie aus welchen Gründen auch immer nicht ausfüllen wollen oder können, und dennoch Jungjägern erste Jagdgelegenheit zu bieten und die notwendige Erfahrung zu vermitteln, hat der Jagdverein-Lehrprinz nun ein Seminarangebot entwickelt. Die Jungjägerseminare, in denen die Jungjäger in Begleitung und unter Anleitung erfahrener Lehrprinzen die ersten Jagderfahrungen sammeln, versetzen sie in die Lage, den Anforderungen für einen ersten Begehungsschein nachkommen zu können.
Mitnichten wird die Idee des Begehungsscheins untergraben, sondern schlicht die hierfür erforderliche erste Jagderfahrung vermittelt und somit Begehungsschein-ausreichende Revierpächter entlastet.

 

Das Problem:

Viele Hundehalter führen Jagdhunde, ohne selbst Jäger zu sein. Auch zeigen viele Hunde, ohne als Jagdhundrasse erkennbar zu sein, einen starken Jagdtrieb. Jagdhunde und Jagdhundemischlinge sind von ihrer Herkunft Hochleistungshunde und benötigen deshalb eine dementsprechende Ausbildung und Beschäftigung.

Mit der Ausbildung solcher Hunde sind viele herkömmliche Hundeschulen nicht vertraut, ist doch die Jagdhundeausbildung mit der Ausbildung in der Hundeschule nicht vergleichbar. Viele Jagdhunde sind zudem in Hundeschulen nicht ausgelastet.

Hundeführer:
Das Seminar wendet sich an Nichtjäger, die Probleme bei der Erziehung ihres Jagdhundes oder Jagdhundmischlings haben und eine spezielle Hilfe beim Umgang und der Ausbildung eines Jagdhundes wünschen, sowie Jungjäger, die erstmalig einen Jagdhund führen und im aktiven Jagdbetrieb einsetzen wollen.

Das Seminar soll dem Seminarteilnehmer Hilfestellungen geben, später mit dem Hund selbst zu arbeiten. Im Seminar verliert der Hundeführer die Angst, bei der Ausbildung etwas falsch zu machen und erlernt die Kniffe und Tricks, die zur Erlernung des “Handwerks Jagdhundeausbildung” notwendig sind.

Der Seminarteilnehmer lernt, dass Konsequenz nichts mit Schmerz und Strafe zu tun hat, sondern absolut notwendig ist, um aus dem noch unerzogenen  Jagdhund einen führigen und vor allem verlässlichen Begleiter und Partner  zu machen.

Seminardauer: 1 Tag

Seminarablauf:

Vormittags:

Im ersten Teil des Seminars wird dem Hundeführer gezeigt, wie der Grundgehorsam bei einem Jagdhund eingearbeitet wird. Es wird erklärt, was der Jagdhundeausbilder unter dem Begriff  “Stubendressur” und “Durcharbeiten” versteht und warum der absolute Gehorsam für alle weiteren Übungen unumgänglich ist.

Durch den Wechsel von Phasen des Arbeitens und des Ruhens wird gezeigt, wie der Hund schnell beginnnt, sich völlig auf den Führer zu konzentrieren. Es wird gezeigt, welche Mittel man einsetzt, um den Hund zur Ruhe zu bringen, damit er sich auf das Arbeiten mit dem Hundeführer konzentriert.

Insbesondere das korrekte Einarbeiten des “Fußgehens”, die Leinenführigkeit, das Aufbauen des Dauerkontaktes zum Führer und das Ablegen des Hundes auf Distanz als Einstieg in weitere Arbeitsgebiete des Hundes werden gezeigt.  Hunde reagieren sehr unterschiedlich, wenn die Ablenkung gesteigert wird. Wieviele Schritte von der Stubendressur (ohne Ablenkung)  bis zum Gehorsam in Streßsituation (starke Ablenkung) notwendig sind, wird aufgezeigt.

nachmittags:

Am Nachmittag wird der richtige Umgang mit Feldleine (Schleppleine), Dummy und Apportierbock, sowie die Arbeit mit der Reizangel vorgestellt. Noch immer wird der Umgang mit den obigen Hilfsmitteln oft unsachgemäß und für die Erziehung des Hundes daher schädlich angewandt, was spätere Korrekturen notwendig macht.

Teilnehmer: 1 Person mit Begleitung

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein solches Seminar nur als Einzelseminar sinnvoll ist.  Die notwendigen Kniffe und Tricks beizubringen, die zudem auf jeden Hund individuell abgestimmt werden müssen, machen eine individuelle Betreuung einer Einzelperson mit dem eigenen Hund notwendig.

Ort des Seminars:

Das Seminar findet im Lehrrevier des Jagdvereins Lehrprinz e.V. in 16248 Liepe/Brandenburg statt. Das Lehrrevier befindet sich ca. 60 km nordöstlich von Berlin und ist über die A 11 Abfahrt Finowfurt/ Eberswalde zu erreichen.

Unterbringung:

Für von weither Anreisende bieten wir den Seminarurlaub mit dem Jagdhund” an.  Für Seminarteilnehmer aus dem Raum Berlin ist das Lehrrevier in ca. 1 1/2 Stunden von Berlin zu erreichen.

Preis:

180,00 Euro

Veranstalter:

Jagdverein Lehrprinz e.V.  Lehrrevier Brandenburg

Cöthener Str.26    16259  Falkenberg/Mark

Tel.:033458/ 64247  Mobil 0178/6141856

email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Seminarleitung:

Stefan Fügner

Anmeldung:

Zur Anmeldung zwecks Terminabspache wenden Sie sich bitte an obige Vereinsadresse.

Berichte von Seminarteilnehmern und Nichtjägern mit Jagdhunden:

Weimaraner in Nichtjägerhänden -eine Gradwanderung

Gehorsam am Wild- Melf´s langer Weg zum führigen Begleithund

Konzentrationsübung als Einstieg in die Arbeit am Gehorsam

Erfolg nach 10 Monaten mühsamer Ausbildungsarbeit

Mein Tag beim Jagdhundausbilder

Zwangsapport mal anders

Literatur:

Homepage der Buchatorin Sabine Middelhaufe:”“Jagdhund ohne Jagdschein”


Sonntag, 04 Oktober 2009 12:56
Stefan Fügner

Entenjagd im Lehrrevier Empfehlung

geschrieben von

Abstreichende Enten über dem Finowkanal, dahinter das Niederoderbruch
Photo: Kathreen Mangatter

Am Anfang stand die Idee, mittels einer Entenjagd im Lehrrevier das nicht nur unter Jägern noch weitestgehend unbekannte Niederoderbruch bekannt zu machen, liegt es doch im östlichen Brandenburg und somit weit ab der traditionellen Urlaubsgebiete.
Über das Jagdforum Xing wurde eine Anfrage gestartet, ob Interesse besteht, eine solche Jagd zum Kennenlernen des Lehrreviers abzuhalten und spontan sagten zahlreiche Jäger des Forums zu.

Am 25.9.2009 war es dann soweit. 33 überwiegend junge Jäger, Jägerinnen und Hundeführer trafen bei herrlichem Herbstwetter im Laufe des Nachmittags im Landhof Liepe ein. Damit sich alle Teilnehmer auf die Jagd konzentrieren konnten, war die professionelle Eventphotographin Kathreen Mangatter aus Dresden angereist, um die Entenjagd auf Bildern festzuhalten. Sie stellte dem JagdBlog die hier eingestellten Bilder zur Verfügung.

Nicht wenige hatten mehrere 100 Kilometer Anreise hinter sich, sodass die bereitgestellte Bergische Kaffeetafel zur Stärkung und zum Kennenlernen der Jagdgäste großen Anklang fand.
Erfreulich war es für mich, dass das Durchschnittsalter der Jagdgäste unter 40 Jahren lag und die Idee, vor allem jungen Jägern das Lehrrevier näher zu bringen, schon in diesem Punkt ein echter Erfolg war. Viele Jagdgäste kannten sich nur aus dem Jagdforum und so bestand die Möglichkeit, sich beim Stärken nach der langen Anfahrt und vor der Jagd sich erstmals persönlich gegenüber zu sitzen.

Warten auf die Enten
Photo: Kathreen Mangatter

Nach der Begrüßung durch den Jagdherrn ging es dann in vier Jagdgruppen hinaus ins Niederoderbruch und an die Kanäle. Schon wenige Minuten nach dem Anstellen der Jagdgruppe am Finowkanal stiegen gleich mehrere große Schofe Enten gleichzeitig auf, die jedoch schnell an Höhe gewannen und unerreichbar die anderen Jagdgruppen das Niederoderbruch überflogen.
Die Hoffnung, dass die Sauen durch den Jagdlärm die Bruchwälder verlassen würden, erfüllte sich nicht, obwohl in allen Bruchwäldern, die abgestellt waren, Sauen von den angestelleten Schützen vernommen wurden.
Nach dem Abendstrich trafen dann alle Jagdgäste und Hunde wieder wohlbehalten im Landhof Liepe ein.
Die Jagdhornbläser bliesen dem Forumsmitglied Malte Dörter und seinen zwei Jagdkameraden, die bei einem Brand einer Jagdhütte in Sibirien ums Leben gekommen waren, ein letztes Halali und die Jagdgäste gedachten in einer Schweigeminute der verunglückten Jäger. Nach einigen abschließenden Worten durch den Jagdherrn wurde die Strecke verblasen und bei einem Wildschweingulasch klang der erste Jagdtag aus. Wissend um das frühe Aufstehen am nächsten Morgen endete der erste Jagdtag früh und am nächsten Morgen trafen sich alle Jagdgäste pünktlich um 5.15 Uhr vor dem Hotel zum gemeinsamen Morgenstrich.
Diesmal kam auch das Schützenboot, das am Abend leider auf dem Weg vom Webellinsee an den Oder-Havel-Kanal aufgehalten worden war, zum Einsatz.

Als ich gegen 6.15 Uhr im Niederoderbruch Richtung Osten schaute, um den Sonnenaufgang zu beobachten, zeigte sich das Niederoderbruch von seiner allerbesten Seite:
Während es im Osten langsam heller wurde und noch einige Sterne am Himmel funkelten, lag vor mir ein Schilfgürtel, dahinter noch im Morgendunst die “Honeckerkanzel”, ein Relikt aus der Zeit, als das Oderbruch noch Staatsjagdgebiet war. Weiter Richtung Osten ragte der Kirchturm von Bralitz aus dem dichten Nebel in den Morgenhimmel und die ersten Kraniche zogen aus ihren Schlafplätzen im Norden laut trompetend ins Oderbruch.
Jägerherz, was willst Du mehr!

Sonnenaufgang im Niederoderbruch
Photo: Kathreen Mangatter

Als gegen 9.00 Uhr Schützen , Hundeführer und Hunde wieder wohlbehalten am Landhof eintrafen, fehlten noch einige Hundeführer und die Bootsbesatzung. Der Einsatz des Schützenbootes hatte sich als unabdingbar herausgestellt, da viele Enten erst durch den Bootseinsatz zum Aufsteigen zu bewegen waren. Hätte das Boot auch am Abend zur Verfügung gestanden, wäre die Strecke sicherlich größer gewesen.
Im Laufe des Jägerfrühstücks trafen dann auch die Bootschützen und Hundeführer , die einige Enten nachsuchen mussten, ein und bei herrlichem sonnigem Herbstwetter fand dann die Abschlussbesprechung im Gutshof des Landgutes statt.
Mit 11 Enten und einer Taube fiel die Strecke in Anbetracht der vorgekommenen Enten dürftig aus. Dies ist aber auf das Vorkommen der Enten an nur einigen wenigen Ständen zurückzuführen, sowie auf eine noch zu verbessernde Tarnung der angestellten Schützen. Auch der erfolgreiche Einsatz des Bootes am Morgen zeigte, dass der Einsatz von Booten entscheidend für den Jagderfolg ist.

Nach der Abschlussbesprechung lud Familie Lipps alle Jagdgäste noch zu einem kleinen Empfang auf das Lieper Vorwerk ein, was von vielen Jagdgästen, die es nicht eilig hatten, angenommen wurde.
Hier konnten sich die Jagdgäste ein Bild von der hügeligen Endmoränenlandschaft machen, die an das Niederoderbruch angrenzt, und doch so anders ist. Bei einem herrlichen Blick über das Niederoderbruch genossen die Jagdgäste den sonnigen Herbsttag und müde, aber zufrieden traten gegen 15.00 Uhr die letzten Gäste die Heimreise an.

Fazit:
Für mich war es ein großer Erfolg, so vielen jungen Jägern die einmalige Landschaft des Niederoderbruchs näher zu bringen. Zudem haben die ausnahmslos sehr disziplinierten, überwiegend jungen Jäger bewiesen, dass es möglich ist, eine Jagd zu organisieren, ohne die Teilnehmer persönlich zu kennen.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass von den Anstellern das disziplinierte Verhalten der Jagdgäste explizit gelobt wurde und kein einziger Jagdgast Anlass zur Klage gab.
Besonders hat es mich gefreut, dass ich viele Verbesserungsvorschläge erhalten habe und sich spontan einige Gäste bereit erklärten, mich beim nächsten Mal bei der Vorbereitung aktiv zu unterstützen.
Auch Familie Lipps war angetan von den vielen jungen und disziplinierten Jägern.
Meine Idee, die Entenjagd als feste Veranstaltung im Niederoderbruch zu etablieren, wurde sofort begrüßt und ich kann schon jetzt sagen:
“Wir freuen uns jetzt schon auf die Entenjagd 2010″

waidmannsheil

Euer

stefan

 

 

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