Dienstag, 09 März 2010 12:14
Stefan Fügner

Ein Wochenende im Lehrrevier Empfehlung

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Ich treffe Stefan am Samstag vormittags im Rosencafe in Liepe. Wir trinken eine Tasse Kaffee und schauen auf die Revierkarte.
Wir schmieden einen groben Plan, was man sich angucken möchte, wo man eventuell ansitzen kann. Ohne das alles zu sehr zu konkretisieren, packen wir meinen Kram in Stefans Auto und brechen auf zu einer ersten Revierrundfahrt.

Es geht erst mal in DAS Bruch. Wiesen und Feuchtwiesen mit Pappeln und Weiden, Gräben, Dickungen und Schilfgürteln. Im Hintergrund thront das Schiffshebewerk Niederfinow. Auf dem Finowkanal sitzen diverse exotische Enten. Die Kraniche sind seit ein-zwei Wochen da. Kibitze sehen wir auch. Das Rehwild ist sehr vertraut. Läßt sich von dem Auto kaum stören. Ein Sprung mit 8 Stück steht auf 30 Meter, scheint gut durch den Winter gekommen zu sein. 5 weibliche Stücke und 3 Böcke.

Direkt neben einem Hochsitz finden wir einen Kessel (Foto Sebastian)

Die Bache hatte hier ein schönes Nest gebaut,…… (Foto Sebastian)

…. das jetzt im März aber schon wieder verlassen ist. (Foto Sebastian)

Die Wiesen sind nass aber zum Glück noch gefroren. Wir kirren ein wenig und kontrollieren Reviereinrichtungen. Anschliessend fahren wir in den oberen Revierteil. Dort ist alles völlig anders. Eine sanfte Hügellandschaft mit Landwirtschaft, kleinteiligen Wiesen, vielen Hecken und einigen Waldinseln.
Am Nachmittag setzen wir uns dann im unteren Revierteil an.
Angrenzend an ein altes Saugatter in der Hoffnung einen Frischling oder Überläufer erlegen zu können. Ich sehe viel Rehwild und einen Fuchs. Die Sauen lassen sich leider nicht blicken. Wir baumen gegen 19:30 ab, essen köstlich, gehen zeitig zu Bett, um am nächsten Morgen früh aufzustehen.

Bei klirrender Kälte und sternenklarer Nacht treffen wir uns um 5 Uhr zum Morgenansitz wieder. Vielleicht können wir das Schwarzwild auf dem Rückwechsel abpassen. Der Mond steht tief aber zum Glück haben wir noch Halbmond. Damit kann man arbeiten. Ich sitze auf einer herrlichen, alten, nostalgischen Kanzel und habe es irgendwie geschafft, meinen großen Münsterländer da hoch zu hiefen. (Hoch war einfacher als runter.)
Die Sauen höre ich mehrfach hinter mir im Bestand brechen, der Schwarzspecht rumort  auch die ganze Zeit. Im Morgengrauen schnürt dann ein Fuchs parallel zum Graben langsam mäuselnd in meine Richtung. Und dann - anstatt sich meiner Wenigkeit weiter zu nähern- verschwindet er auf 200 Metern in einem Graben und ward nicht mehr gesehen. Mist.

Das Rehwild steht jetzt eigentlich überall. Es gibt keine Wiese, keine Rictung in die ich blicken kann, auf der kein Rehwild steht. Immer wieder streichen große Gruppen von Kranichen ab. Vor mir landen noch einge Graugänse. Immer paarweise. Die Partner bleiben auch immer ganz nah zusammen. Das berührt mich irgendwie.

Am Nachmittag entschliessen wir uns, einige entlegene Nieschen des Reviers, lassen die Hunde arbeiten und stellen einen mobilen Sitz um.

Dank des Frosts sind die Wiesen passierbar: Kanzel an die Anhängerkupplung…… (Foto Sebastian)

…durch die zugefrohrene Senke…… (Foto Sebastian)

und auf den auf einem Wall gelegenen Weg herauf. (Foto Sebastian)

Die Wiesen und Gräben und Schilfgürtel sind noch voll mit Wasser. Wir besetzen den ein oder anderen Hochsitz, schauen ob alles in Ordnung ist, kontrollieren die Leitern, Sitzbretter und Auflagen und auf einmal, direkt neben uns in der Dickung, geht lautstark Eis zu Bruch. Kraaaawoommmm. Wir sind sofort jagdlich angefiebert, ich bin schnell am Auto, hole Glas und Waffe …. es kracht weiterhin:
Da ist etwas im Busch - ob wir das hochgemacht haben - was ist das bloß - kraaaaaromms - da kracht schon wieder das Eis.
Wir bleiben bestimmt eine halbe Stunde sitzen, hören immer wieder Eis brechen, können aber zu keinem Zeitpunkt sehen, was da in der Dickung für Bewegung sorgt.
Eine Möglichkeit wäre Kollege Bokert; der Biber fühlt sich im Revier pudelwohl und geht wirklich kräftig zu Werke. Habe selten so einen  fleissigen Baumeister gesehen. Der scheint aber auch etwas an Größenwahn zu leiden. Pappeln und Weiden mit einem Durchmesser von über 80cm weder freudig angenommen und hochprofessionell weiterverarbeitet! Ganz fein entastet, Äste und Zweige zu feinen Haufen gestapelt. Wie so ein kleines Kerlchen das schafft ist mir ein echtes Rätsel.

Der Biber leistet ganze Arbeit! (Foto Sebastian)

Die bevorstehende Arbeit und der Umfang des Baumes spielen für die Auswahl keine Rolle (Foto Sebastian)

Nach getaner Arbeit! (Foto Sebastian)

Wir hatten viel Anblick, ich konnte das Revier kennen lernen und komme gerne wieder, um bei Revierarbeiten zu helfen und den Lehrprinz e.V. in sonstigen Bereichen zu unterstützen.

Horrido - Sebastian


Dienstag, 16 Oktober 2012 14:51
Stefan Fügner

Bericht vom Schnupperkurs für Jungjäger

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3 spannende und anstrengende Tage beim „Schnupperkurs:Jungjägerseminar“
des Vereins Lehrprinz e.V. im Revier Liepe

von Jungjäger Caspar

Anruf beim Vorsitzenden des Vereins Lehrprinz e.V. einige Tage vor Beginn des Kurses im Oktober 2012, ungefährer Wortlaut der wesentlichen Teile des Gespräches: „Ich habe vor einiger Zeit die Jägerprüfung abgelegt und habe den Jagdschein, jetzt fehlt mir jedoch jagdliche Praxis und da möchte ich gerne etwas machen. Ich wäre interessiert, an einem Kurs teilzunehmen, wie Sie ihn im Internet anbieten.

Wie geht das denn, was wird gemacht, wann wäre das möglich …?“ so die üblichen Worte zur Einleitung halt. Darauf die Frage: „Haben Sie nächste Woche Zeit?“ Antwort:„Im Prinzip – ja!“ Es geht dann locker weiter:„Da haben wir bereits einen Gast und wenn Sie Interesse haben, können Sie gleich mitmachen.“ „Hm, so habe ich mir das zwar nicht gedacht – aber warum nicht!“. In wenigen Tagen die Vorbereitungen abgeschlossen und dann am Montag nach Liepe/Brandenburg gefahren – ganz schön touristisch überlaufen die Gegend, wg. des Schiffshebewerks in Finow! Na ja, das kann ja spannend werden, dachte ich mir. Aber dann wird alles gut:

Begrüßung durch den Vorsitzenden

Einweisung in Quartier und Revier,

Gemeinsames Essen im Landgasthof

Erläuterung des weiteren Vorgehens und Erledigung der Formalitäten

Insbesondere klare Vorgaben, wie vorzugehen ist in den kommenden 3 Tagen - alles

perfekt vorbereitet soweit

Bei Revierfahrt gleichzeitig Ansprechübungen von Rehwild durchgeführt

Erster Ansitz von Hochkanzel auf Rehwild im unteren Revierteil – sieben Stück Rehwild, Enten und Gänse gesehen - alles zu weit entfernt.  Abendessen im Landgasthof und Vorbereitung auf den Nachtansitz auf Schwarzwild von Hochkanzel und Wagen im oberen Revierteil.

Dies Programm zog sich dann die weiteren 2 Tage ähnlich weiter verdichtet durch, wobei der Schlaf etwas zu kurz kam und bescherte damit weitere interessante Einblicke in die jagdliche Praxis. Erfahrungen wurden gesammelt von uns „Jungjägern“ beim Aufbruch, dem zerwirken  von Schwarzwild, der Verwertung des Wildfleisches, in der Nachsuche auf Schwarzwild im
Schilf, im Fahren in unwegsamem Gelände und auch eine kleine Treibjagd mit Hunden auf Enten gehörte noch zum Programm.

Alles in allem drei sehr intensive Tage mit vielen neuen Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen.

Das Jungjägerseminar ist eine Möglichkeit, innerhalb kürzester Frist seinen jagdlichen Horizont in eine ganz andere Richtung zu erweitern, insbesondere Erfahrungen in Bezug auf eine „neue, andere, hocheffiziente Jagdmanagementmethode“ zu sammeln und einen  intensiven Austausch mit aufgeschlossenen Jagdpraktikern zu führen sowie die Arbeit des Vereins kennen zu lernen.

Zum Abschluss ist dem „Lehrprinz e.V.“ und seinen engagierten Mitgliedern für Ihren Einsatz im – wie wir nachher erfahren haben, ersten „Schnupperkurs – Jungjägerseminar“ herzlich zu danken!

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